#4 Shima Marandi - Veränderung ist die einzige Konstante im Leben

Shownotes

In dieser Episode spreche ich mit Shima Marandi, einer Frau, die über viele Jahre hinweg meine eigene Yogapraxis, mein Körperbewusstsein und mein Verständnis von Verkörperung tief geprägt hat. In ihrer Arbeit verbindet sie Yoga, somatische Praxis, Frauenweisheit und Embodiment.

Shima erzählt in diesem Gespräch über die Bedeutung von Veränderung in ihrem Leben und wie es ist, diese von Außen auferlegt zu bekommen. Sie teilt mit mir sehr persönliche Erfahrungen - von ihrer Kindheit über ihren Weg in die Arbeit mit Körper und Stimme bis hin zur Mutterschaft und den tiefgreifenden Veränderungen, die diese mit sich gebracht hat. Als kleines Mädchen verstummt, sind heute ihre Stimme und ihre Sprache und ihr Gespür für innere Prozesse ein zentraler Teil ihrer Tätigkeit.

Und dann beleuchten wir die Rollen von Angst und Rückschlägen und stellen fest, dass Veränderung die einzige Konstante im Leben ist und die Angst ihre ständige Begleiterin.

Diesmal gibt es auch noch ein besonderes Goody: Für alle ihre Online-Kurse und Online-Klassen, die bis zum 31.12.2026 stattfinden, hat Shima sich Folgendes für euch überlegt: Ihr bekommt mit dem Code FLY25 einmalig 25% Rabatt auf die Kosten eines Online-Kurses oder einer Online-Klasse eurer Wahl. Alle Infos dazu gibts auf der Homepage von Shima www.shima-marandi.com und ihr findet sie auch auf Instagram unter shima_marandi. Also, viel Vergnügen beim Aussuchen und Ausprobieren!

www.shima-marandi.com

Foto: Isabella Jöch

Transkript anzeigen

00:00:11: Hallo meine Lieben, willkommen zu einer weiteren Ausgabe von How To Fly.

00:00:16: In dieser Episode spreche ich mit Shima Marandi, einer Frau, die über viele Jahre hinweg meine eigene Yoga-Praxis, mein Körperbewusstsein und mein Verständnis von Verkörperung tief geprägt hat.

00:00:29: In ihrer Arbeit verbindet sie Yoga, somatische Praxis, Frauenweisheit und Embodiment.

00:00:35: Schema erzählt mir in diesem Gespräch über die Bedeutung von Veränderungen in ihrem Leben und wie es ist, diese von außen auferlegt zu bekommen.

00:00:45: Sie teilt mit mir sehr persönliche Erfahrungen von ihrer Kindheit über ihren Weg in die Arbeit mit Körper und Stimme bis hin zur Mutterschaft und den tiefgreifenden Veränderungen, die diese mit sich gebracht hat.

00:00:58: Als kleines Mädchen verstummt sind heute ihre Stimme und ihre Sprache und ihr Gespür für innere Prozesse ein zentraler Teil ihrer Tätigkeit.

00:01:08: Ja und dann beleuchten wir noch die Rollen von Angst und Rückschlägen und stellen fest, dass Veränderung die einzige Konstante im Leben ist und die Angst ihre ständige Begleiterin.

00:01:18: Ach ja und unbedingt das Gespräch bis zum Ende anhören, denn wir haben dann noch ein kleines Gudi für euch.

00:01:24: Also viel Vergnügen beim Zuhören.

00:01:27: Hallo liebe Schima, ja schön, dass du dir Zeit genommen hast und auch gleich bereit warst, mit mir auf diese Reise zu gehen, mit mir zu sprechen im Vodkast.

00:01:36: Vielen Dank für die Einladung.

00:01:39: Danke dir.

00:01:40: Ja und auch schön, dass wir jetzt die technischen Sachen geklärt haben.

00:01:43: Also die Hörerinnen haben das jetzt nicht so mitbekommen.

00:01:47: Wir haben davor schon ein bisschen herumprobiert.

00:01:50: Also wir haben uns schon, sind schon länger dran.

00:01:53: Genau, wir haben es geschafft.

00:01:55: Wir haben es geschafft und wir können starten.

00:01:58: Ja, liebe Shima, ich muss sagen, in der Vorbereitung auf das Gespräch sind mir tatsächlich viele Erinnerungen gekommen an die Zeiten, wo ich noch bei dir Yoga gemacht habe, an die, vor allem an diese Dienstagabendstunde, achtzehn Uhr.

00:02:13: Das war so legendär.

00:02:15: Ich habe jetzt auch Nacht, oder da ist es noch immer.

00:02:18: Und ich habe auch nachgesehen, die Stunde gibt es noch immer, die hast du noch immer, diese Stunde.

00:02:23: Ja, die habe ich tatsächlich noch immer, wobei die Location sich verändert hat für diese Dienstagstunde.

00:02:32: Und im Endeffekt ist es, ich glaube, seit fünfzehn Jahren ist das so ein Fixpunkt des Raumhaltens, des Teils und ja, wirklich extrem lang.

00:02:45: und zwitzigerweise habe ich in dieser ersten Location, wo ich begonnen habe mit dieser Dienstagabendstunde, das war auch wirklich meine allererste Yoga-Stunde, die ich unterrichtet habe vor fünf, zehn, sechszehn Jahren.

00:02:57: Und ich unterrichte dort noch immer, wobei jetzt einem anderen Zeitpunkt.

00:03:02: Und es ist wie so ein, also es ist wie so ein Ankommen jedes Mal und immer wieder so eine Zeitreise.

00:03:10: Dieses, wow, es ist eigentlich alles passiert in dieser Zeit an.

00:03:16: Ja, jogermäßig auch, beziehungsweise Bewegungsmäßig, in dem, was ich gerne teile.

00:03:21: was ich gerne weitergebe, sind da Wänden einfach jetzt dazwischen.

00:03:25: Und trotzdem ist das der gleiche Raum, die gleiche Energie, die mich dort hält.

00:03:31: Ja, genau.

00:03:33: Ich kann mich auch dran erinnern.

00:03:34: Du warst in den ersten Jahren dabei.

00:03:37: Jetzt, wo du sagst, es war vor ca.

00:03:39: zwölf Jahren, wo du begonnen hast, dann war ich tatsächlich, weil das ist auch die Zeit, wo ich begonnen habe bei den ersten Stunden dabei.

00:03:48: Und wenn wir jetzt schon so reden über ... Ja, was sich alles so getan hat in den letzten Jahren, dann kann ich eben zu meiner ersten Frage kommen, die mir tatsächlich schon so ein bisschen brennt.

00:04:03: Also, wie ich mich so vorbereitet habe auf das Gespräch und deinen Lebensweg mir angeschaut habe.

00:04:10: Das, was du auf deiner Homepage teilst, die ich übrigens sehr, sehr schön, also wirklich wunderschön finde.

00:04:16: Deine Homepage hat mich sehr angesprochen.

00:04:19: Und du sprichst immer wieder von Momenten der Anpassung, von Momenten der Neuorientierung und der Transformation.

00:04:30: Und da habe ich mich gefragt, was für dich in deinem Leben Veränderung bedeutet, wenn du zur Zurückblickst, was bisher so passiert ist.

00:04:43: Die

00:04:45: große Frage vielleicht.

00:04:48: Ja, ich glaube, es gibt einfach, ich habe mich ja auch versucht, so ein wenig innerlich auf dieses Thema vorzubereiten und ich glaube, ich habe eben reflektieren bin ich draufgekommen, dass es verschiedene Arten der Veränderungen in meinem Leben gab.

00:05:05: Es gab welche, die waren einfach aufelegt von außen.

00:05:10: Ja, das war zum Beispiel das größte, die größte Veränderung.

00:05:14: die ich nicht selbst quasi entschieden habe, war der Umzug vom Iran nach Österreich.

00:05:22: Das war einfach eine Entscheidung, die meine Eltern getroffen haben und mein Bruder und ich in unseren kleinen Kinderjahren, also ich war knapp acht, noch nicht ganz, da musste ich einfach diese Veränderung mitgehen, ohne mich damit bewusst in Vorhinein auseinandersetzen zu können.

00:05:44: Und dann gibt es wiederum eine, ja, das ist dann eher in den erwachsenen Jahren, sehr oft geschehen ist, diese Veränderung, die passiert eigentlich über einen längeren Zeitraum.

00:05:59: Und sie ist noch nicht so ganz sichtbar schon außen, nur das ist ein innerer Prozess gewesen, dass es wird alles eng, es beginnt sich irgendwas zu verschieben innerlich und das passt nicht nur so ganz mit der äußeren Welt.

00:06:13: zusammen.

00:06:16: Da ist kein wirkliches Gespräch mehr zwischen dem Innen- und Außen.

00:06:19: Das ist so ein aneinander vorbeigehen.

00:06:21: Und da sind die Prozesse, die länger gedauert haben, bis tatsächlich im Außen eine Veränderung sichtbar war.

00:06:31: Ja, so würde ich es ungefähr zusammenfassen.

00:06:33: Das ist eigentlich eine Erkenntnis auch gewesen, die ich hatte in der Vorbereitung auf unser Gespräch.

00:06:41: Deine Frage war, was Veränderung bedeutet oder was war das noch mal?

00:06:45: Ja,

00:06:45: die Frage war, den Eindruck, den ich bekommen habe von deinem Leben war, dass das sehr oft passiert ist, dass es immer wieder ein zentrales Thema war.

00:06:56: Und daher war die Frage, was es für eine Bedeutung für dich bekommen

00:07:01: hat.

00:07:02: Ja, das ist ganz richtig.

00:07:05: Veränderung ist eigentlich so eine Konstante in meinem Leben und eigentlich ist es ja auch nach der ganzen Yoga-Philosophie zufolge und das ist ja die einzige Konstante in allen unseren Leben.

00:07:19: Es ist ja dieser ständige Einladung oder diese ständige Annehmen und sich hingeben, dass Dinge ständig im Wandel sind.

00:07:28: Und ich finde Veränderung ziemlich reizvoll.

00:07:34: Und es liegt sicherlich daran, dass ich ein kleines Kind, dem schon ausgeliefert war.

00:07:40: Ich hatte keine Wahl.

00:07:41: Ich musste durchschwimmen.

00:07:46: Ich musste eintauchen und mit offenen Sinnen einfach mich darauf einlassen, was da eigentlich auf mich zugekommen ist.

00:07:58: Wie so eine riesige Welle auf einmal über mich drüber.

00:08:04: Und ich habe es tatsächlich anscheinend lieben gelernt.

00:08:08: Es waren so die Überlebensinstinkte, die man als Kind entwickelt.

00:08:13: Werden irgendwann so den Super-Pause als Erwachsener.

00:08:18: Und ich glaube, das ist wirklich zu meiner Super-Pause geworden.

00:08:21: Dass es mich im neuen Umfeld immer wieder neu zu orientieren, immer wieder neu auszurichten.

00:08:31: neu zu kalibrieren und durch diese ... und eine gewisse Neugierde einfach auch zu haben, dieses ... Puh!

00:08:38: Ja, jetzt bin ich wieder da, es ist unangenehm, es ist ... Veränderungen sind wahrscheinlich selten angenehm, es ist für niemanden von uns.

00:08:46: Und was kann ich an Neues entdecken?

00:08:49: Was kann ich Neues riechen?

00:08:51: Was kann ich Neues lernen?

00:08:52: Und wie kann mich das eigentlich neu befruchten in ... in meiner Arbeit, in meinem Privatleben?

00:09:02: Und manchmal ist diese Sucht wahrscheinlich zu groß, denn im Alltag scheint doch alles meine Sicht zu wiederholen, ständig zu wiederholen und gerade mit Kind.

00:09:14: Und ja, habe ich schon manchmal das Gefühl, dass mir dieser Spark fehlt, habe aber gelernt, dass man sich das sehr wohl selber auch holen kann.

00:09:29: Das war wirklich die Arbeit in den letzten Jahren an meiner Persönlichkeit.

00:09:33: Wie kann ich mir dieses neue, dieses Funken, was mir diese Veränderungen in dem Leben immer gegeben haben, wie kann ich mir das auch im Alltag selber finden durch die kleinen Dinge?

00:09:48: Ja,

00:09:48: sehr schön beschrieben.

00:09:50: Ich denke, das ist auch so diese spannende, reizvolle, bereichernde Seite auch von Veränderung.

00:09:57: Das ist auf der einen Seite Angst, die das Ganze mit sich bringt, was auch bereichernd sein kann, aber halt dieser Teil.

00:10:05: und dann der andere Teil, eben diese Neugier, immer wieder neuen Becken, der Funke, wie du sagst, so, der kleine Skin,

00:10:14: dass das

00:10:15: immer wieder eintaucht.

00:10:19: Du hast jetzt erzählt von deiner ersten großen Veränderung, dieser die du nicht bewusst mitentscheiden konntest, als du mit deiner Familie von Teheran nach Wien gekommen bist?

00:10:35: Du hast auf deiner Homepage auch geschrieben und das hat mich jetzt so ein bisschen neugierig gemacht.

00:10:42: Was ist dir die Stimme verschlagen hat damals?

00:10:46: Du hast stumm, denn du bist stumm geworden.

00:10:48: Was ist genau da passiert?

00:10:51: Ja, und wie hast du auch diesen Veränderungsprozess in Erinnerung?

00:10:56: Ja, es gibt tatsächlich eine Szene, die sich ganz stark eingebrickt hat.

00:11:05: Und zwar war das mein erster Schultag in Wien, aber vielleicht noch so als Background-Info.

00:11:11: ich habe in Iran.

00:11:13: keinen wirklichen deutschen Unterricht gehabt, bevor ich nach Linie gekommen bin.

00:11:17: Ich kann mich erinnern, mein Bruder ist ja vier Jahre älter als ich.

00:11:19: Ich glaube, der hatte ein paar Einheiten, der hat mir dann so ein paar Werte immer wieder so zugeflüstert.

00:11:27: Nur für mich war das halt ein komplettes neues Areal.

00:11:33: Und ich saß

00:11:34: in der ersten Stunde, ich kam in die zweite Volksschule.

00:11:39: Ich kann mich so gut in dieses Szenarier erinnern, die Tafel vor mir.

00:11:45: Die Lehrerin, die Frau Puntigam, vielleicht hat sie die Sendung, eine entzückende Person.

00:11:51: Und an dem Tag begann es wohl mit Mathematik und es war die Mengenlehre, das Thema.

00:11:57: Und das hatte ich im Iran schon gelernt, weil ich bin eine Schulstufe quasi niedriger eingestuft worden, sobald ich nach Linien gekommen bin.

00:12:04: Das heißt, das Material war mir schon bekannt.

00:12:07: Ich habe das erkannt, diese Mengenlehre mit A und B und dann diese Überschneidungspunkte.

00:12:12: Und ich kann mich erinnern, die Frau Puntigam hat gesprochen.

00:12:16: Sie erklärt nur, es war so, als würde ich nichts hören.

00:12:21: Es war wie in so einem Theaterstück, in so einem Stummgeschalten.

00:12:25: Und ich sehe nur die Figuren in der Bewegung, in der Nimmung, in der Gestik, nur es war alles komplett

00:12:32: Stumm.

00:12:33: Und allein, wenn ich jetzt darüber rede, spüre ich wieder, wie mich das ... ja, emotional bewegt und wie tief sich das eingegraben hat in meinem Körper.

00:12:46: Und ich hatte einfach keine Möglichkeit, mich auszudrücken.

00:12:52: Ja, und ich war jetzt nicht so ein Kind, das laut war, weil ich nie ... Natürlich hätte ich mich über laute ausdrücken können, aber ich konnte mich über Worte nicht mehr verständigen, mich austauschen und mir was immer so ... Irrsinnig wichtig, die innere Welt auch immer wieder so in Einklang zu bringen mit der äußeren, mich auszutauschen über Gefühle.

00:13:15: Ich habe immer so stark gefühlt.

00:13:18: Alles war so intensiv und es war kein Raum mehr dafür da, keine Möglichkeiten mehr da.

00:13:24: Und das hat sich wirklich angefühlt, das würde ich

00:13:27: verstummen.

00:13:29: Und natürlich war ich jetzt nicht per se verstummt, ich konnte natürlich noch reden.

00:13:34: Aber für mich hat sich das innerlich angefühlt ist, wäre ich total getrennt von der äußeren Welt und wie in so einer Blase, in so einer durchsichtigen Blase, wo ich einfach ins Beobachten gegangen bin.

00:13:50: Ich habe einfach beobachtet.

00:13:51: Ich habe jede Mimik, jedes Wort, jede Lippe, die sich bewegt hat, erforscht und versucht zu verstehen, körperlich irgendwie das zu verdauen und zu integrieren.

00:14:03: Ja, das war, glaube ich, ein sehr bewegender Punkt in meinem Leben, was die Stimme betrifft und warum mich das natürlich auch den Weg gebracht hat, auf dem ich mich jetzt befinde mit der Stimmarbeit, mit den

00:14:20: Sprechen

00:14:21: und warum ich das auch begonnen habe in meiner Arbeit zu integrieren.

00:14:28: Ja, deine Stimme war immer sehr oder ist immer etwas sehr Präsentes.

00:14:32: Also so wie ich mich jetzt auch erinnere und wichtig ist in deinen... Also das trägt die Yoga-Stunden auch sehr, deine Stimme und deine stimmliche Begleitung.

00:14:43: Ja, spannend, ja.

00:14:45: Und wie lange ging das dann so?

00:14:46: oder wie hat sich das dann weiterentwickelt?

00:14:50: Hat sich das dann verändert mit dem Lernen der deutschen Sprache?

00:14:56: Es hat sich eine Spur verändert, natürlich.

00:15:01: Je sicherer man ist in der Sprache, umso eher geht man auch damit wieder ins Außen.

00:15:06: Und ich denke trotzdem, dass das noch immer in mir wohnt.

00:15:13: Dieses sich zurücknehmen, immer so einen Schritt im Hintergrund in der Beobachtungssaal.

00:15:23: Natürlich nicht mehr in dem Ausmaß, schon gar nicht nach der Sprecherinnen Ausbildung und mit der aktiven Auseinandersetzung mit meiner Stimme und was das körperliche in mir auch löst.

00:15:37: Das spannende ist eben in diesen Bewegungseinheiten, also wirklich beruflich, diese Bühne zu haben, wo ich mit der Stimme richtig halten kann, wo ich den Raum eigentlich tragen kann, mit den Wörtern, die ich verwende, mit der Stimmlage, die ich verwende, diesen Raum mitzukreieren.

00:15:58: Ich glaube, das war ein unfassbar wichtiger Heilprozess.

00:16:03: Also ich glaube nicht, dass das ein Zufall war, dass ich mit dem Unterrichten begonnen habe, mit dem Raum halten, sondern bis zu dreißig Personen, wo du eineinhalb Stunden die einzige Person bist, die sprich ist.

00:16:16: Ja, es war sicherlich kein Zufall.

00:16:18: Also ich glaube, ich bin noch immer im Heilprozess.

00:16:21: Wahrscheinlich sind wir das alle auf unserer Art, auf unseren Gebieten.

00:16:25: Und ich glaube, was ganz wichtig ist, ist dieses bewusste Wahrnehmen.

00:16:30: Was sind so, was sind tatsächlich so meine Themen im Leben gewesen?

00:16:33: Oder was sind sie?

00:16:35: Wie transformieren sie sich?

00:16:36: Wie verändern sie sich?

00:16:38: Und wie richtig mich immer wieder neu aus, je nachdem, was die Innenwelt so

00:16:43: zeigt.

00:16:45: Das ist ja auch ein großes zentrales Thema im Yoga, also im Yoga generell.

00:16:52: Und du als Yoga-Lehrerin bist damit ja auch jetzt vertraut in deiner Arbeit mit dem Spüren, Nachspüren, eben beobachten, wo ist mein Körper gerade, was ist gerade da?

00:17:07: Genau.

00:17:09: Ich glaube, das ist... Das ist auch das, was sich extrem stark entwickelt hat in den letzten Jahren, die Somatik und das Thema Embodiment, zwei Begriffe, die jetzt sehr viel verwendet werden in der Yoga-Welt.

00:17:26: wo es wirklich darum geht, immer wieder in Kontakt zu treten, wo stehe ich gerade, wie spüre ich mich gerade, wo spüre ich gewisse Unsicherheiten im Körper und kann ich mir die Gefühle auch wirklich erlauben zu spüren.

00:17:42: Auch das ist hart.

00:17:43: Die Gefühle wollen wir einfach mal wegpacken für einen Zeitpunkt, wo wir vielleicht mehr die Muße um die Zeit haben, uns miteinander zu setzen.

00:17:53: Dieses Package wird halt immer größer.

00:17:56: Und insofern fasziniert mich diese somatische Herangehensweise an Bewegung und an Bewusstsein, den Körper immer wieder aufs Neue wahrzunehmen, sich damit zu verbinden und Gefühle einfach zu fühlen, damit sie sich auch mal durch uns durchbewegen können und vielleicht auch wieder transformieren.

00:18:23: Also wenn du so sprichst.

00:18:24: Und so, wie ich dich kenne, habe ich den Eindruck, dass du mit dem Yoga und mit deiner beruflichen Ausrichtung da wirklich was gefunden hast, wo du was alles einbringen kannst, was dich ausmacht.

00:18:40: Und ich weiß aber auch, dass du nicht immer Yoga-Lehrerin warst.

00:18:46: Du hast die Wirtschaft studiert, auch in verschiedenen Städten.

00:18:51: Das Reisen und die verschiedenen Kulturen haben sich dann weiter begleitet.

00:18:58: Und was, wie gesagt, zuerst in der Wirtschaft tätig.

00:19:01: Wie kam dann dieser Break, wie kam diese berufliche Umorientierung und die Entscheidung, Yoga-Lehrerin zu werden?

00:19:12: Naja, die Wirtschaft war mir so ein bisschen... schon vorhergelegt, da ich Schule schon so ein wenig in der Vorbereitung war.

00:19:21: Ich war in der Handelsakademie, das war schon sehr wirtschaftlich ausgerichtet und ich glaube, neunzig Prozent meiner Mitschüler waren, sind dann auch auf der Wirtschaftsunge gelandet.

00:19:31: Und ich muss ganz ehrlich sagen, ich habe das Studium sehr genossen.

00:19:36: Ich habe vor allem die Sprachen sehr genossen und diese Möglichkeiten.

00:19:45: in den Ausdruck zu gehen.

00:19:46: Und das hat uns wirklich das Studium ermöglicht.

00:19:50: Die Spezielle, die wir uns wählen konnten, hat einfach dieses sich präsentieren und ein Thema präsentieren, sehr stark unterstützt und gestärkt.

00:20:03: Und ich habe dennoch immer das Gefühl gehabt, das bin nicht so ganz ich, wo ich gerade bin.

00:20:10: Aber es war dann noch der richtige Weg.

00:20:12: Also dieses Wissen war da.

00:20:14: Ich wusste, da ist ein Abschluss, da ist der Magister am Ende der Strecke.

00:20:19: Und da will ich hin.

00:20:20: Und auf diesem Weg nehme ich mir bei alles rechts und links, aber was möglich ist, was mich, was mir diese Bundheit und diese Mehrfarbigkeit hineinbringt, all diese Nuancen, die mir so gebrodelt haben, ein bisschen mehrt.

00:20:38: Und deswegen kann man auch dieser ganzen Auslandsaufenthalte und vor allem in portugiesischsprachigen Ländern, was mich sehr fasziniert hat.

00:20:47: Ich habe in Lisbon studiert genau und in Sao Paulo.

00:20:51: Und nach Ende des, nach Abschluss, ja, bin ich da eingetaucht wieder.

00:20:55: Das ist okay, ich habe jetzt den Magister, ich gehe ganz klassisch in einen Management-Posten und mach mal.

00:21:03: Ja, und habe aber jeden Tag gemerkt, um Gottes Willen, das schaffe ich.

00:21:08: Wie soll ich das mein Leben lang schaffen?

00:21:10: Und mit Schaffen meine ich einfach dieses nicht authentisch sein können, nicht in der vollen Kraft sein können.

00:21:18: Ich habe immer gemerkt, ich bin nicht in meiner vollen Kraft.

00:21:22: Nur mit Anfang zwanzig ist es schwer, überhaupt zu wissen, ja, wo kommt, was ist dieser Kraft?

00:21:29: erstens?

00:21:31: Wo kann ich sie anwenden?

00:21:32: Wo kann sie wirklich aufblöhen?

00:21:34: Wo wird sie gesehen?

00:21:37: Und ja, es waren dann im Endeffekt, ich glaube, zwei Jahre, in denen ich in der Privatwirtschaft war und in meinen Funktionen als Produktmanagerin.

00:21:48: Das klingt auch ganz eigenartig, wenn ich das so wieder in Erinnerung rufe.

00:21:55: Und dann hatte ich zu dem Zeitpunkt einen Freund, der sehr international ausgerichtet war auch und da ist nach Vietnam gezogen und das war so für mich die Möglichkeit zu sagen okay, lass mich was anderes probieren und habe mich dann dort durchprobiert in allen möglichen Positionen und in der Entwicklungszusammenarbeit.

00:22:19: in der Kulturmanagement, im Götter Institut.

00:22:23: Und ich glaube, da hat es schon begonnen, dass ich das, dass ich so ein bisschen spüre, wo könnte es lang gehen?

00:22:30: Und das war noch immer unklar.

00:22:32: Und nach zwei Jahren in Wien bin ich wieder reingerutscht in die Privatwirtschaft, einfach aus Sicherheitsdenken heraus und habe wieder nach zwei Jahren gemerkt, oh Gott, das geht wieder nicht.

00:22:43: Schaffe ich einfach nicht.

00:22:45: Und ich wusste zu dem Zeitpunkt, also das Einzige, was ich wusste, ist, ich arbeite sehr gerne mit meinen Händen, ich arbeite sehr gerne mit Menschen, ich berühre Menschen gerne, ich bewege mich irrsinnig gerne und bin dann einfach ab nach Asien wieder, nach Thailand und dann kam das eine nach dem anderen.

00:23:02: Ich hatte wirklich nicht vor Jogelerren zu werden, nur ... Ja, man ist, ich habe mich einfach hingegeben.

00:23:09: Ich habe mich dem Weg hingegeben und dann kam eines nach dem anderen.

00:23:13: Und ich habe das einfach alles angenommen und das aufgesaugt, aufgesaugt.

00:23:17: Und irgendwann war der Moment, wo eigentlich keine andere Möglichkeit mehr da war, außer das auszuleben.

00:23:26: Und ich hatte zum Glück Freunde, die ein Jogestudio gerade öffnet hatten.

00:23:34: Da bin ich dann einfach ins kalte Wasser und mir gedacht, ich probiere das mal und beginne zu unterrichten.

00:23:38: Und das hat mich dann einfach eigentlich ziemlich schnell gefesselt.

00:23:44: Ja, das ist so kurz zusammengefasst, diese wilde Reise in die Körperarbeit und ins Unterrichten.

00:23:54: Spannend, ja.

00:23:56: Man merkt den Enthusiasmus und die Leidenschaft dahinter.

00:24:02: Und sehr mutig, dass du dich da in jungen Jahren schon getraut hast und auch diesen Zugang hattest zu deinem Gefühl.

00:24:11: Ja, ich hab den Eindruck, das ist auch etwas, was vielleicht oft auch in uns Menschen, der erst wachsen muss, dass wir auf diesen Zugang finden.

00:24:19: Was ist jetzt wirklich meins?

00:24:22: Und das wird schon bemerkenswert, dass du das auch schon so früh diesen Zugang gehabt hast.

00:24:30: Und... Wie ging es dir mit Angst?

00:24:34: Hattest du Angst, dass es vielleicht nicht funktioniert?

00:24:36: oder warst du ganz so, ich mache einfach, mir kann nichts passieren und wir schauen einfach mal?

00:24:44: oder hat das mitgespielt so?

00:24:47: Also Angst spielt noch immer mit.

00:24:49: Also ich habe doch immer Momente, wo ich mir denke, um Gottes Willen wäre ich einfach in der Privatwirtschaft geblieben.

00:24:56: Ich hätte eine sichere Zukunft vor mir.

00:24:59: Ich wäre wahrscheinlich etwas unzufriedener und unglücklicher, aber vielleicht eine Sicherheit.

00:25:08: Das ist vielleicht auch noch eine Fantasiewelt, die man sich kreiert, um sich selbst so zu sabotieren und zu sagen, hey, das war vielleicht auch der falsche Weg.

00:25:19: Was ich damit sagen möchte, ist, dass Angst eigentlich ein konstanter Begleiter ist, wenn man Wege ändert, wenn man sich neu ausrichtet, neu orientiert.

00:25:30: Und das ist auch etwas ganz Wichtiges, ja, mit dem Wissen, wie das Unternerfensystem funktioniert.

00:25:39: Wir brauchen eigentlich immer eine gewisse Sicherheit, eine Orientierung, wenn wir uns in neue Räume begeben.

00:25:45: Wirklich ganz äzitiert, wenn wir jetzt in irgendeinem Raum hineinkommen, ich kenne niemand, ich war nie in einem Raum, in diesem Raum zuvor.

00:25:53: dann ist es so, dass wir ganz intuitiv beginnen, uns im Raum zuerst umzusehen und zu orientieren, was ist hinter mir, was ist vor mir, was ist rechts, was ist links, wo befinde ich mich gerade, wo stehen meine Füße?

00:26:05: Und durch diese Orientierung entsteht eine Sicherheit und das wiederum nimmt dir vielleicht auch immer mehr dieser Angst.

00:26:16: Denn was kann passieren?

00:26:17: Ich meine, was heißt, wenn es nicht funktioniert, was heißt es, einen Rückschlag zu haben?

00:26:21: Auch darüber habe ich eben in Vorbereitung reflektiert und ich wüsste gar nicht, was ein Rückschlag hätte sein können auf meinem Weg, weil es war einfach mein Weg.

00:26:33: Ja, da ist nicht vergleichbar mit einem Weg einer anderen Person.

00:26:38: Dieser Weg ist nicht besser, nicht schlechter, nicht richtiger, nicht falscher als ein anderer Weg.

00:26:43: Es war einfach mein Weg.

00:26:46: Und sicher kann man immer wieder so, ja, adjustieren ein bisschen.

00:26:51: Ja, den Bass, die Lautstärke, zu anpassen.

00:26:56: Aber ich glaube, die Angst ist ein wichtiger Faktor, um immer wieder hinein zu spüren.

00:27:02: Okay, ist das jetzt begründet?

00:27:05: Heißt das, dass ich vielleicht doch ein bisschen eine Abzweigung nehmen muss?

00:27:10: Oder ist das einfach nur mein Geist, der mir, ja, das sind so wie diese kleinen Wachmänner, die in jedem Schwellenübergang stehen, in so einem Grenzgebiet?

00:27:20: Und dir zuflüstern ist es, nein, geh nicht rein.

00:27:23: Du

00:27:23: weißt nicht.

00:27:25: Weil du weißt nicht, was dahinter dich erwartet.

00:27:27: Du weißt ja noch nicht, was in dieser neuen Welt auf dich wartet.

00:27:32: Das alte ist vorbei, das spürst du schon lange.

00:27:35: Das neue kündigt sich an, aber es ist noch nicht so, du bist nämlich gelandet.

00:27:41: Und ja, wir können diesen Stimmen manchmal einfach... zuhören und sagen, okay, ja, vielleicht höre ich doch auf dich.

00:27:48: Aber manchmal können wir einfach einen kleinen großen Zehen drüber über diese Schwelle treten und sagen, nein, ich will es mir jetzt anschauen.

00:27:56: Danke für eure Info, danke für eure Konzepte, für eure Erfahrungen, die mich gerade schützen wollen und sich anhand der Angst bemerkbar machen.

00:28:06: Aber ich will jetzt einfach mal ein bisschen in dieses neue Feld schnuppern, in das neue, was noch nicht so ganz da ist.

00:28:13: Ja,

00:28:15: sehr schön beschrieben hast du das.

00:28:17: Ja, ich glaube, so wirklich fühlt sich es an, so auf dieser Schwelle, auf dieser Kippe zu stehen und genau so den Drang zu spüren.

00:28:26: Ich will

00:28:27: rüber,

00:28:27: aber eben auch die Stimmen, die sagen, bleibt dort.

00:28:31: Und eben, es ist, glaube ich, genau das Spannende, wenn man sich traut, diese Schwelle

00:28:37: zu

00:28:39: überschreiten und zu schauen, was erwartet da auf mich.

00:28:45: diese Überraschung auch

00:28:47: zu sehen.

00:28:47: Genau, genau.

00:28:49: So wie aus einem Paket, einem Päckchen, das man aufmacht.

00:28:54: Genau.

00:28:55: Jetzt wollte ich nochmal kurz zurück zu den Rückschlägen.

00:28:59: Genau, weil du gemeint hast Rückschläge, was ich genau damit meine.

00:29:05: Bei Rückschlägen denke ich an Momente, wo du vielleicht in deinem Weg auf etwas gesetzt hast, auf etwas Wichtiges und du dann gemerkt hast, okay, das funktioniert jetzt so nicht.

00:29:25: Ich habe mich zwar jetzt darauf ausgerichtet, zum Beispiel eben.

00:29:29: auf, ich werde diese und diese Yoga-Stunden geben, das möchte ich, das brauche ich auch finanziell und plötzlich geht das aber nicht auf, ich habe jetzt nicht diese Möglichkeit, zum Beispiel, also wo du dich noch einmal, wo du quasi mal auf dich zurückgeworfen wirst im ersten Moment und neu planen musst und dich neu ausrichten

00:29:51: musst,

00:29:52: gab's solche Momente auch und wie Bist du damit umgegangen?

00:29:57: oder wie gehst du mit sowas um?

00:30:01: Dieser Moment gibt es immer wieder, so wie du es jetzt beschrieben hast.

00:30:04: Ich kann es tatsächlich gut anwenden auf die Entwicklung neuer Formate in meinen Angeboten.

00:30:11: Das hat sich ja irrsinnig viel getan in den letzten fünf Jahren.

00:30:15: Und wenn ich wirklich mal so einen kreativen Moment habe, wo das alles aus mir raus fließt und zur Papier kommt und dieser Leidenschaft, die reingeht und das wird so viele Menschen verändern, das wird so viele Menschen berühren und dann geht es vielleicht doch nicht ganz auf, weil vielleicht gewisse Dinge nicht mit bedacht wurden, vielleicht andere Perspektiven noch betrachtet werden müssen.

00:30:49: Das ist oft so, wenn man etwas anbietet, wovon man selber sehr überzeugt ist und dann ja funktioniert vielleicht in der Vermarktung noch nicht so ganz.

00:30:58: Du siehst das natürlich immer an der Zahl der Anmeldungen.

00:31:01: Das ist, was, warum?

00:31:03: Ich dachte, das melden sich jetzt sofort zwanzig Personen für diesen Workshop an.

00:31:07: Und da muss man einfach schauen, woran liegt das?

00:31:09: Wo ist vielleicht ein... in der Übersetzung von dem, was ich wirklich meine, was wirklich die Intention hinter dem ist, was ich teilen möchte, wo ist vielleicht in der Übersetzung nach außen etwas falsch übersetzt worden oder verloren gegangen.

00:31:29: Und ich glaube, das ist eine Phase, in der ich auch mich befinde, weil das, was ich unterrichte, ist, weitaus mehr als Yoga geworden in den letzten fünf Jahren.

00:31:43: Also ich würde es wahrscheinlich auch nicht mehr als klassisches Yoga bezeichnen.

00:31:48: Dieses Wie beschreibe ich das, was ich tue?

00:31:52: Das ist immer wieder für mich ein Rückschlag.

00:31:55: So ein Moment dieses.

00:31:57: Ich will gar nicht drüber reden, was ich tue.

00:31:59: Ich will es einfach nur machen.

00:32:02: Ich mache einfach so gerne.

00:32:03: Ich bin einfach so unfassbar gerne in diesen Räumen, die ich gestalte.

00:32:07: Aber dieses das erklären zu müssen.

00:32:10: Aber ja, das muss halt sein, weil man muss sich verständigen können.

00:32:14: Da kommt wieder diese Sprache rein und vielleicht ist es auch wieder so ein bisschen ein, ja, dieser stimmliche Thema.

00:32:21: Dieses, warum muss ich wieder etwas zu Wort bringen, was eigentlich gefühlt, was eigentlich nur gefühlt werden möchte.

00:32:27: So wie meine Blaserdame ist, dieses, ich fühle einfach, ich nehme wahr, ich will das jetzt vielleicht gar nichts beschreiben oder ich kann es noch gar nicht so beschreiben.

00:32:37: Das sind so die Herausforderungen und die kleinen Rückschläge, die ich immer wieder habe in so einem Prozess des Entwicklungs von neuen Formaten und neuen Angeboten.

00:32:50: Aber so richtig große Rückschläge, muss ich sagen, habe ich keine in der Form gehabt jetzt in den letzten Jahren.

00:33:02: Also natürlich, wenn wir jetzt zum Thema Mutterschaft gehen, das war natürlich nach der Geburt, war ein ganz großer Rückschlag von allen Dingen eigentlich.

00:33:12: Das wollte ich gerade, das wollte ich noch kommen auf dieses Thema Mutterschaft.

00:33:17: Und ja, sehr gut, dass du schon selber jetzt quasi, du bist jetzt selber zu dem Thema gekommen.

00:33:24: Jetzt habe ich diesen Loop nicht ziehen müssen.

00:33:30: Ja, das Thema Mutterschaft.

00:33:32: Wie ging es dir damit?

00:33:33: Wie hat dich das verändert und beeinflusst?

00:33:39: Es hat einfach alles komplett durchgerüttelt.

00:33:42: Meine komplette Identität als Frau, als Mensch, mein Leben, meinen Alltag.

00:33:49: Es hat einfach so richtig alles durchgeschüttelt.

00:33:52: Es war eine sehr bewusste Entscheidung, schwanger zu werden oder ein Kind in mein Leben zu laden.

00:34:00: Ich war auch schon Ende dreißig.

00:34:02: Das heißt, ich habe eine sehr lange Zeit frei gelebt und sehr selbstbestimmt gelebt.

00:34:10: Und das ist auch wieder so ein Prozess gewesen, der ganz lange in mir entstanden ist.

00:34:14: Ich wusste, eine Ära geht zu Ende in mir und ich war bereit für was anderes.

00:34:20: Ich war bereit für Mutterschaft.

00:34:21: Das war wirklich ein ganz bewusstes, klares, starkes Gefühl in mir drinnen, wirklich im ganzen Körper.

00:34:30: Und ja, dieses einerseits die Schwangerschaft und sich das Raum machen, Raum geben für jemanden anderen, für ein Lebewesen, das jetzt diesen Raum braucht, das in die Herren wachsen darf und sein darf.

00:34:48: Ich hatte eine sehr starke Yoga-Praxis zu der Zeit, eine sehr intensive und das war natürlich der erste Rückschlag dieses.

00:34:57: Oh mein Gott, ja, das geht ja, das funktioniert ja alles nicht nur so wie vorher.

00:35:01: Ja, wie stelle ich mich darauf ein, ärge ich mich?

00:35:05: Ich meine, ich habe mich oft geärgert und dann war es wieder so ein sehr interessiertes Hinspüren.

00:35:12: Ja, wo stehen jetzt auf einmal meine Füsse in einer ganz klassischen Yoga-Position, die gestern ganz anders ausgesehen hat als am nächsten Tag plötzlich?

00:35:23: Ich glaube, das war so der bewegendste Moment, so in der Körperpraxis, in der Bewegungpraxis.

00:35:31: Und ich finde, wenn dann dieses kleine Wesen in den Leben kommt und da wird ja auch nochmal so ganz dieser Zyklus des Lebens, wird nochmal ganz anders begreifbar.

00:35:46: Ja, dieses...

00:35:47: Absolut,

00:35:49: ja.

00:35:49: Wo hat mein Leben eigentlich begonnen?

00:35:50: Das hat ja auch in so einem Stadion begonnen, natürlich in einem ganz anderen Umfeld mit anderen Eltern.

00:35:56: nur dieses kleine Wesen, das alles beginnt neu zu entdecken, so komplett neu, jede Bewegung, jede Berührung, jeder Blick.

00:36:08: Und das war schon besonders faszinierend und sehr erfüllend.

00:36:13: So viel Liebe, diese grenzenlose Liebe und gleichzeitig diese unfassbar harten Tage und Nächte.

00:36:23: dieser Schlaflosigkeit über mir halt ein wahnsinnig großes Thema war.

00:36:27: Ich war nie die besonders gute Schleferin, also ich habe einen sehr leichten Schlaf und ich war ständig auf Alerts.

00:36:35: Sobald ich das leiseste Geräusch gehört habe, war ich wach und dementsprechend wenige Schlafen habe ich durch die Nächte und ich war zeitweise wirklich wie so ein wandelndes Zombie in meinem eigenen Leben und war zwischendurch wirklich auch depressiv.

00:36:53: Und ich glaube, dass das wirklich am Schlafmangel lag.

00:36:58: Ja, und dann ist dieses Wesen da und du bist einfach nicht mehr selbstbestimmt.

00:37:03: Das war schwer zu nehmen.

00:37:08: Und über die Jahre, muss ich sagen, ist das die größte Bereicherung meines Lebens gewesen, die größte Lehre meines Lebens gewesen.

00:37:16: Meine Tochter ist wirklich meine allergrößte Lehrerin.

00:37:21: Yoga betrifft den Endeffekt.

00:37:23: Ja, das zulassen, das loslassen, das mit neugern Leben heran gehen, lernen.

00:37:32: Es ist schön, wie du das beschreibst, Chima.

00:37:34: Ich klebe an deinen Lippen, ja.

00:37:37: Ich kann das wirklich gut nachvollziehen, was du so beschreibst.

00:37:40: Ja.

00:37:42: Ja, es rüttelt deinen richtig durch.

00:37:44: Es nimmt einen und sagt jetzt... Und rütteln bedeutet ihr auch alles in Bewegung bringen.

00:37:50: Es kommen Dinge an die Oberfläche.

00:37:52: Es kommen viele Themen aus der Kindheit wieder an die Oberfläche.

00:37:55: Je nachdem in welchem Stadium dein Kind gerade ist, in welchem Alter, ist das so eine neue Perspektive auf denjenigen Abschnitt eines eigenen Lebens zu verwerfen.

00:38:07: Und meine Tochter wird jetzt fast morgen.

00:38:10: Das heißt, das letzte Jahr, das für mich wirklich ein sehr... starkes Jahr, weil es genau dieses Jahr war, wie ich nach Wien gezogen bin, wo ich den Größten behandelt meines Lebens erlebt habe.

00:38:22: Das heißt, ich habe mich sehr stark mit dieser kleinen Schiemer auseinander gesetzt im letzten Jahr und sehr viel daraus gewonnen, auch wiederum für meine eigene Arbeit.

00:38:33: und dieses, wie kann ich diese Erkenntnisse überhaupt an Mammis, an Werden an Mammis auch weitergeben, dieses... Diese neue Identität, die sich entwickelt als Mutter, eine neue Version, die rausgestülpt wird.

00:38:50: Wie kann ich diesen Prozess mit meiner Erfahrung auch unterstützen?

00:38:55: Du heißt, es klingt so, als ob du wirklich deine persönlichen Erfahrungen, die Veränderung durch Mutterschaft auch deine Arbeit verändert hat.

00:39:04: Das ist jetzt eine Frage.

00:39:07: In der Ex-Bizy auf jeden Fall.

00:39:10: Auf jeden Fall.

00:39:11: Und ich glaube, das ist Auch eine der Gründe, warum ich das schon so lange mache, ist, dass ich so gut wie es geht, versuche, authentisch zu bleiben.

00:39:21: Ich glaube, alles andere macht keinen Sinn.

00:39:24: Ich kann aus meinen eigenen Erfahrungen herausteilen, das ist nicht die einzige Wahrheit, sondern das ist meine Erfahrung gewesen und das soll einfach vielleicht etwas in Bewegung bringen in der Person, die gerade da ist, in der Frau, die gerade da ist.

00:39:39: auch aufzuzeigen, hey, du bist nicht allein auf deinem Weg.

00:39:43: Da sind viele Frauen durchgegangen.

00:39:45: Es waren viele Frauen, die ja durch diese Prozesse durchgehen, sei es Schwangerschaft, sei es Geburt, sei es Perimene-Pause, sei es Menepause, was auch immer all diese Veränderungen durch die wir durchwandern als Frauen.

00:39:58: Zu wissen, da ist eine Gemeinschaft da und da ist ein Urwissen auch irgendwie in uns allen drinnen,

00:40:08: ne?

00:40:09: Vielen, vielen Dank für deine Offenheit, für das Teilen dieser Erfahrungen.

00:40:15: Ich könnte dir noch lange, lange zuhören.

00:40:20: Jetzt habe ich aber ein bisschen auf die Uhr auch geschaut und ich habe noch eine Frage, die ich allen meinen Gästchen anstelle.

00:40:28: Gibt es einen Satz oder irgendein Mantra, das dich durch deine Veränderungsprozesse begleitet hat?

00:40:40: Ja, wahrscheinlich schon.

00:40:41: Ich meine, das ist ein englischer Satz, das sich vielleicht auch nicht so leicht auf Deutsch übersetzen lässt.

00:40:47: Das ist so dieses Soften into it.

00:40:53: Das kann man sich so richtig bildlich vorstellen, auch dieser Textur, wie sich das anspürt, in etwas, die hineinsinken zu lassen, in einer Situation.

00:41:05: dann aufziehen diese Veränderungen eben begleitet von Angst, Unsicherheit und dieses puch unbekannte.

00:41:12: Es wird alles so dicht und so eng und man zieht so zusammen.

00:41:16: Und ja, when you soften into a situation, dann fließt der Atem auch gleich ganz

00:41:25: anders.

00:41:26: Es ist ein ganz anderes körperliches Gespür, mit dem ich an die neue Situation herantreten kann.

00:41:39: Wunderschön.

00:41:41: Ich spüre es so richtig, dass

00:41:43: du mich beschrieben

00:41:44: hast.

00:41:45: Danke, danke, liebe Schima.

00:41:47: Danke, dass du so offen deinen Weg geteilt hast und deine Gefühle.

00:41:54: Und dass du dir Zeit genommen hast für die Einladung.

00:41:59: Ja, ich glaube, das entsteht einfach nur, weil wir uns einfach auch schon so lange kennen.

00:42:04: Du mich einfach auch schon so früh auf diesem Weg begleitet hast, auf diesem Veränderungsweg.

00:42:09: Ja, das stimmt.

00:42:11: Ich durfte einen Teil davon,

00:42:13: so

00:42:14: von der Seite, sagen wir es mal so, ein bisschen miterleben.

00:42:19: Mitbetrachten.

00:42:23: Als Teilnehmerin deiner Yoga-Sessions.

00:42:28: Gut, dann noch mal vielen Dank, liebe Schima.

00:42:32: Und... Bis bald!

00:42:46: So und jetzt noch das versprochene Gudi.

00:42:49: Und zwar für alle ihre Onlinekurse und Onlineklassen, die bis zum einundreißigsten zwölften zwanzig, sechsundzwanzig stattfinden, hat Schimmer sich folgendes für euch überlegt.

00:43:01: Ihr bekommt mit dem Code FLY-Fünfundzwanzig, einmalig, fünfundzwanzig Prozent Rabatt auf die Kosten eines Online-Kurses oder einer Online-Klasse eurer Wahl.

00:43:13: Alle Infos dazu gibt's auf der Homepage von Schema www.schema-marandi.com und ihr findet sie natürlich auch auf Instagram unter schema-marandi.

00:43:26: Also, ich wünsche euch viel Vergnügen beim Aussuchen und

00:43:30: Ausprobieren.

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